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GM Dr. Robert Hübner

Deutschland
Bundesrepublik Deutschland

Dr. Robert HübnerDr. Robert Hübner wurde am 6. November 1948 in Köln geboren. Er erlernte das Schachspiel im Alter von 5 Jahren von seinem Vater und trat vier Jahre später erstmals in einen Schachverein ein. Seine ersten Erfolge feierte er 1963, als er mit einem unglaublichen Vorsprung von 4 Punkten Deutscher Jugendmeister wurde. Bei den Jugendweltmeisterschaften 1965 und 1967 landete er auf dem geteilten fünften bzw. dem vierten Rang.

1969 wurde er zum Internationalen Meister ernannt und qualifizierte sich mit einem geteilten zweiten Platz im Zonenturnier von Athen für das Interzonenturnier in Palma de Mallorca, wo er sensationell den geteilten 2. Platz hinter dem überlegenen Sieger und späteren Weltmeister Bobby Fischer belegte, sich damit für die Kandidatenwettkämpfe qualifizierte und jüngster deutscher Großmeister wurde. Im Viertelfinale des Kandidatenturniers unterlag Hübner jedoch dem Ex-Weltmeister Tigran Petrosjan. Wegen des großen Lärmes im Turniersaal, der seinen schwerhörigen Gegner weit weniger benachteiligte als ihn, brach Hübner den Wettkampf nach der 7. Partie ab.

Sein nächster Anlauf auf den WM-Zyklus scheiterte - beim Interzonenturnier in Leningrad 1973 belegte er Platz 5, was nicht für die Qualifikation ausreichte. Drei Jahre später im Interzonenturnier zu Biel lag Hübner lange Zeit in Front, verlor jedoch in der vorletzten Runde erneut gegen Petrosjan und fiel auf Platz 5 zurück.

1979 jedoch glückte die Qualifikation: Hübner gewann gemeinsam mit Portisch und Petrosjan das Interzonenturnier von Rio de Janeiro und schlug anschließend im Kandidatenturnier zunächst den Ungarn Adorjan und schließlich im Halbfinale Lajos Portisch (ebenfalls Ungarn). Der Sieg katapultierte ihn auf den dritten Platz in der Weltrangliste, hinter Weltmeister Karpow und seinem Gegner im Kanidatenfinale, Viktor Kortschnoi.

Das Finalmatch verlief zunächst günstig für Hübner, der nach 6 Partien mit 2:1 in Führung lag. Doch eine unnötige Niederlage in der 7. Partie brachte die Wende: Hübner verlor postwendend auch Partie Nr. 8 und gab den Wettkampf daraufhin auf.

1983 stieß Hübner zum dritten Mal ins Kandidatenturnier vor. Dort traf er im Viertelfinale auf den russischen Ex-Weltmeister Smyslow, unterlag diesem jedoch beim Stande von 7:7 durch Losentscheid. 7 Jahre später, beim Interzonenturnier von Manila 1990, reichte ein 7. Platz erneut für die Qualifikation zum Kandidatenturnier. Im Achtelfinale scheitere Hübner jedoch an Jan Timman mit 2,5:4,5.

Hübner vertrat Deutschland auf insgesamt 11 Schacholympiaden und gewann mit dem deutschen Team 2000 in Istanbul die Silbermedaille. Bei den Olympiaden 1972 in Skopje und 1990 in Novi Sad gewann er mit 15 Punkten aus 18 Partien bzw. 7 Punkten aus 10 Partien jeweils die Goldmedaille am ersten Brett.